Aus der Hüfte schießen, ist nicht immer so treffsicher…

Ok, ich gebe zu: Schadenfreude ist die schönste Freude. – Und nach meinem offenen Brief an die GEMA beobachtete ich schmunzelnd den Hackerangriff von Anonymous.
Wobei „Schadenfreude“ wohl in Anbetracht des Nutzens für die GEMA wohl ein wenig übertrieben ist (man bedenke, was passiert wäre, hätte ein Blackhat sich dieser Lücke bedient und mal richtig unbemerkt abgesaugt…)

Alles in Allem nahm ich mit Genuss die Meldung eines Bloggers auf, welcher meinte: „…hackten sie sich in einen Fernzugang für die Konfiguration der Virtualisierungssoftware VMWare (für die die GEMA offenbar nicht genug Lizenzen besitzt…“.
Dergleichen Fälle kennen wir ja zur Genüge aus der Vergangenheit und von anderen Konzernen, warum also auch nicht die GEMA? (Erinnern wir uns?) – Jedenfalls hat mich interessiert, was unsere edlen Beschützer vor illegalem Youtube Content dazu meinen und habe prompt ein Email verfasst:

Wie sie durch meine Nennung in meinem Blog im November bereits wissen, beobachte ich ihre Politik schon länger. – Gerade als legaler Konsument von Musik UND youtube Konsument…
Nun stelle ich fest: Die GEMA scheint es mit der Lizenzierung SELBST nicht so genau zu nehmen…
Als ehrlicher Käufer von Musik UND IT Techniker, der auf die korrekte Lizenzierung seiner Kunden achtet, kann ich dies keinesfalls Gutheißen und bitte um eine Stellungnahme.

Geschehen und gutgeheißen am 23. Augustus Anno 2011, ohne Erwartung, jemals Antwort zu bekommen.
Da staunte ich allerdings nicht schlecht, als heute doch ein Email reinkam…

„bitte entschuldigen Sie die lange Bearbeitungszeit Ihrer Anfrage. Unsere Virtualisierungssoftware ist ordnungsgemäß lizenziert … VMware Server wird nach physikalischen Sockeln (2 vorhanden) und nicht nach logischen Cores lizenziert, wie Sie als EDV-Dienstleister sicher wissen.
Scheinbar wusste der Verfasser des Artikels nichts von dieser Tatsache. Es wären für ihn jedoch nur ca. 5 Minuten Rechercheaufwand gewesen, diese Fakten in Erfahrung zu bringen. Stattdessen werden jedoch lieber die Behauptungen der Hacker unreflektiert wiedergegeben.“

Erst jetzt hab‘ ich mir Gedanken gemacht, die Info hinterfragt und den Screenshot vom Angriff nochmals angesehen, woher diese Behauptung kommt…
So peinlich mir es auch ist, nicht nur der Hacker und der Blogger wurden kalt erwischt, sondern auch ich, als „EDV Dienstleister“, denn dort sieht man eindeutig: 8 CPU – 2 Sockets….
Wo die GEMA recht hat, hat sie recht. 😦

Jedenfalls: Wenn man falsch liegt, soll man auch wenigstens soweit sein, dies zugeben zu können, daher widme ich diesen Blogeintrag der GEMA und dem Lacher, der diesmal auf ihrer Seite ist.
Und ich – als unreflektierter IT Techniker – gehe jetzt mal in die Ecke und schäme mich.

Als Ausrede kann ich nur anbringen: I did it for the LULZ 😛

2 Kommentare zu „Aus der Hüfte schießen, ist nicht immer so treffsicher…

  1. Als Verfasser des zitierten Blog-Eintrags möchte ich klarstellen, dass es mich persönlich überhaupt nicht interessiert, ob die GEMA eine ausreichende Zahl von Lizenzen besitzt oder nicht. Das ist eine Sache zwischen der GEMA und VMWare. Da zahlreiche Unternehmen individuelle Vereinbarungen mit Lieferanten wie VMWare haben, ist es im Übrigen gar nicht möglich, festzustellen, ob die GEMA über eine ausreichende Zahl von Lizenzen verfügt, ohne die Verträge zu kennen.

    Da ich also nicht verifizieren konnte (und wollte), ob der Hinweis in der Collage von Anonymous bezüglich der Lizenzen zutrifft, oder nicht, verwendete ich die Formulierung mit „offenbar“.

    Trotzdem war es hilfreich, den Sachverhalt mit der GEMA abzuklären. Danke!

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