Brieferl an HC Strache.

Lieber HC Strache.

Wir kennen uns nicht. – Genauer gesagt: Du kennst mich nicht. – Nachdem Du aber  Person des öffentlichen Lebens bist, bekomme ich ja ein bisschen etwas von Dir mit.

Wir sind nicht verwandt und ich schätze, das stößt beidseitig auf Wohlwollen.
Ich hab‘ bereits einen massiven Schock hinter mir, als auf MyHeritage der Name „Norbert Gerwald Hofer“ in meiner DNA Liste auftauchte. Glücklicherweise nur kilometerweit entfernt und vermutlich nur angeheiratet.
(Wenn überhaupt, dann sind unsere gemeinsamen Vorfahren sicherlich aus dem altgermanischen Familienstamm der Münchhausen)

Trotzdem möchte ich einen Kurzbrief an dich richten:

Ich verfolge gerade – erste Reihe fußfrei – wie #IbizaGate deine Welt ein leicht durcheinander brachte und bekomme – zwangsläufig – auch so manch private Zwischentöne mit.

Als Familienvater stehe ich selbst manchmal vor einem Dilemma, wo sich Beruf und Familie, oder Ideologie und Familie gegeneinander ausschließen.
Ich habe mich dann immer für die Familie entschieden und mein Ego auch ab und an zurück stecken müssen. Das hat mir gut getan und hat mich beruflich, wie ideologisch vor den größten Fettnäpfchen beschützt.

Frauen haben ein gutes Gespür, wenn es darum geht, dass man sich seine Zukunft mit Prahlerei verbaut. – Zumindest manche Frauen. – Als Mann sollte man daher wohl ernst nehmen, wenn eine Frau eine Situation oder Entscheidung leise hinterfrägt.

Was ich von dir so mitbekommen hab‘ bist Du kein Nazi, sondern nur Jemand, der in seinem Hormonrausch der Machtgier auch mal mit Dämonen ins Bett steigt.
Daher wäre es umso wichtiger, dass Du jemand Vertrauenswürdigen hättest, der deinen Hormonspiegel überwacht.

Weißt Du aber welcher Beruf / welche Berufung in der Welt die mächtigste und wichtigste aller Aufgaben ist?
Nein! Nicht österreichischer Bundeskanzler oder US Präsident.
Es ist die Aufgabe der „Elternschaft“.

Als Vater hast Du Verantwortung für einen Menschen übernommen.
Kinder können nix dafür, dass sie in dieser Welt sind. Sie können sich nicht aussuchen, wer ihre Eltern sind. Aber sie bekommen jene Rechnungen präsentiert, die wir tagtäglich aufmachen. Nicht nur von den politischen, sozialen, wirtschaftlichen oder umwelttechnischen Entscheidungen, sondern auch von unseren Aussagen und unserem Verhalten.
Sie bekommen die Rechnung tagtäglich, von anderen Erwachsenen, von anderen Kindern.
Diese Erlebnisse – die in (Nach)Kriegs und Notzeiten umso schlimmer sind – prägen den Menschen und verändern so – freiwillig oder unfreiwillig und unbeeinflussbar in der Richtung – die Welt…

Klar: Ich bin zu viel Würstl und zu wenig Player damit ich Dir Ratschläge geben könnte die Du ernst nehmen würdest.

Ich will dich auch nicht belehren.
Ich möchte Dir einzig eine andere Perspektive auf deine derzeitige Situation anbieten, damit Du im Nachhinein nicht zu Dir selbst sagen kannst: „Das hab‘ ich nicht wissen können“

Es ist Deine Entscheidung, welche Dein Leben mit Deinen Lieben nachhaltig verändert.

Mein Vorschlag:

Such‘ dir ein ruhiges, einsames Platzerl, atme durch und isoliere aus den letzten Tagen nur das, was deine Frau dir mitteilte.

Kleb‘ deinem Narziss für 10 Minuten ein Panzerband über den Mund und denke einmal über die Konsequenzen deiner Entscheidungen nach.

DANN wähle weise deine Zukunft.

Ich garantiere Dir: Du veränderst die Welt langfristig mehr, als wenn Du dich weiter zum OPFer-Kasperl machst.

Mehr wollt‘ ich Dir nicht ausrichten.

lg
Kurt

PS: Da gab’s schon einmal Einen in Eurer Partei, der sich dieser Gier hingegeben hatte, aber – im Gegensatz zu Dir relativ früh – unsanft aufgeweckt wurde, weil er einen lieben Menschen verlor. – AFAIK probiert‘ er’s grad mit Tanzen.
Seine fachlichen Äusserungen nach seinem „Ausstieg“ finde ich aber respektabel…

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Endlich, Herr Kanzler, treten sie gegen Extremismus auf!

Geschätzter jüngster Kanzler der österreichischen Republik.

Mit dem Maiaufmarsch der SPÖ witterten sie Verbindungen der Sozialisten zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK.

Und auch wenn die Polizei ihre Bedenken betreffend verbotener Symbolik nicht nachvollziehen konnte
und sie sich in Gefahr begeben, die „neue Objektivität“ des radikalen Islamisten Recep Tayyip „Isnogud“ Erdogan zu unterstützen,
finde ich es gut, dass sie nach jahrelangem Wegschauen endlich klare Worte gegen Verbindungen zu Extremismus finden.

Ihr Engagement wäre aber dringendst an viel wichtiger Stelle notwendig, wo extremistische Symbolik in viel schlimmerer Art und Weise genützt wird.

Nicht nur, dass ihr Vizekanzler rechtsextremes und rassistisches Wording aus einer Organisation und Person verwendet, die sie vorgeben abzulehnen („Bevölkerungsaustausch“ wurde 1:1 von Sellner übernommen und hat international die Wogen hochgehen lassen),

Ihr Koalitionspartner verwendet ebenfalls seit Jahren Symbolik, welche diesen direkt mit Parteien in Verbindung bringt, die, gleich der  PKK, unter Terrorverdacht stehen!

soziale Heimatpartei

…ist die 1:1 Kopie des Slogans der verbotenen NPD!

Schlimmer noch: Auch das Wording dieser Extremisten wurde kopiert oder in Kooperation verfasst.
Hier ein Beispiel:
npd.jpeg

Weiters stellt „soziale¹ Heimatpartei²“ eine mehr oder minder offensichtliche Paraphrase von „National²sozialisten¹“ dar,
was (zumindest bei der NPD) völlig beabsichtigt erscheint.

Ich gehe davon aus, dass ihnen dies nicht bewusst war,

aber ich bitte sie,
nachdem Sie das jetzt gut erkennen können,
um die gleichen klaren Worte, die sie für das Symbolspiel am Maiaufmarsch der SPÖ gefunden haben, ihrem Koalitionspartner entgegen zu bringen:

Fordern Sie die FPÖ glaubwürdig auf, alle Konnektivitäten zu Extremisten und terrornahen Organisationen zu trennen, sowie auf deren Wording und Symbolik zu verzichten!

Und ziehen sie die Konzequenzen.

Ich befürchte aber, dass ich mit meinem Apell auf taube Ohren und Ignoranz stoßen werde, denn wie meinte mal ein Schriftsteller, der in seiner Zeit und seinem Land aufgrund seiner „extremistischen Ansichten“ boykottiert wurde:

Es ist schwer, einen Mann dazu bewegen, etwas zu verstehen, wenn die Höhe seines Einkommens davon abhängt, dass er es nicht versteht.
(Upton Sinclair)

Wie man aus fahrlässigem Handeln noch Geld machen kann…

Es war ein sonniger Tag. Am Pistenrand steht eine Tafel: „Achtung Lawinengefahr“.

Viele Schifahrer ignorieren diese und fahren in den sonnigen Tiefschneehang ein, bis ein Schneebrett eine Schifahrerin verschüttet.

Das Gericht entscheidet:

Der Liftbetreiber hat für die Angehörigen eine Entschädigung und eine Rente in der höhe von 500.000 EUR zu zahlen, denn das Schild reicht nicht aus, er hätte die Piste einzäunen müssen.
 

Idiotisch? Ja!

Aber genau dieses Gerichtsurteil wurde gerade über den Betreiber der Alm getroffen, wo sich 2014 eine Hundebesitzerin, trotz Warnschild in Gefahr begab und ihren Hund mit einem Karabiner befestigte, sodass sie ihn nicht loslassen konnte, als die Kühe den vermeindlichen Wolf angriffen…

Ich hoffe, dass die Berufung die Eigenverantwortung von Menschen mit berücksichtigt, sonst laufen wir Gefahr, dass Jede(r) jegliche Verhaltensregeln einfach ignorieren kann und der Serviceanbieter für die Dummheit der Nutzer zur Kassa gebeten wird.

Das wäre der Moment, wo ich wohl als IT Techniker meinen Beruf quittieren würde und beruflicher Anwender würde.
Ich denke mir, dass ich dann den AV Hersteller gut verklagen könnte, wenn all meine Daten verschlüsselt sind, weil ich die Warnung der Virenschutz-Software ignorierte und den Trojaner trotzdem installierte…

Ein Durchblicker, der den Blick verschleiert…

Horror: Stromrechnung bekommen, mit fetter Nachzahlung…

Und damit dieser Horror ein Ende findet, sollte man den Stromanbieter wechseln.
So zumindest erklärt es uns die Werbung von „durchblicker.at“.
Und dann hat der Horror ein Ende…

Die Sache hat nur einen Haken:

Der Stromanbieter berechnet die Vorauszahlung nach dem vergangenen Verbrauch.
Daher entsteht die fette Nachzahlung durch satten Mehrverbrauch im letzten Jahr.
Der Horror wird daher durch den Anbieterwechsel nicht enden, wenn man nicht beginnt, Strom zu sparen…

Natürlich kann man um’s selbe Geld noch mehr verbrauchen, indem man zu einem schmutzigen Billiganbieter wechselt, aber ob das zielführend ist?

Offener Brief an Kanzler Sebastian Kurz

Geschätzter jüngster Kanzler der österreichischen Geschichte.

Ärzte ohne Grenzen / Médecins Sans Frontières (MSF) ist eine professionelle Hilfsorganisation, deren Mitglieder teils unter Gefahr für Leib und Leben jenen Menschen hilft, die durch Terroristen, Kriegstreiber und Hetzer in größte Not geraten.
Die Gründung dieser Organisation erfolgte von Dr. Marcel Delcourt, Dr. Max Recamier, Dr. Gerard Pigeon, Dr. Bernard Kouchner, Raymond Borel, Dr. Jean Cabrol, Vladan Radoman, Dr. Jean-Michel Wild, Dr. Pascal Greletty-Bosviel, Dr. Jacques Beres, Gerard Illiouz, Phillippe Bernier und Dr. Xavier Emmanuelli im Dezember 1971.
Das ist fast 15 Jahre vor ihrer Geburt.
Seit dem lindern diese Menschen Leid und Not, welches durch Kriege, Katastrophen und deren Folgen geschaffen wird.

Damit stehen die Mitglieder dieser Organisation im krassen Gegensatz zu jenen wirklichen Verbrechern, die aus Profit- und Machtdenken Menschen in Not bringen, sterben lassen oder gezielt in den Tod schicken.

Keine Frage: Es gibt in jeder Organisation Korrupte, Verbrecher und solche, die das System ausnützen.
Davor sind weder politische Parteien, noch NGOs geschützt. Und auch Flüchtlingsströme enthalten Schmarotzer und Verbrecher. Diese zu isolieren gilt es und das ist, unbestritten, am Besten innerhalb der Organisation möglich.
Kräfte von Aussen können nun die „Heilkraft“ einer Organisation stützen, indem man sich auf Selbstverantwortung von Personen konzentriert und Handeln in Vergleich mit den Zielen der Organisation setzt, oder den Verbrechern helfen, indem man Pauschalsiert und damit den Betrügern ein Versteck schafft und durch Anfeindung Menschen in die Hände der Rattenfänger jagt.
Die Art, wie wir damit umgehen, ob wir die destruktiven Personen fokusieren und sie aus ihrer Deckung zerren, oder ob wir Organisationen und ethnische Gruppen denunzieren, weil wir dies für unseren Populismus nützen, sagt viel über uns selbst aus.

Ich bin seit Jahren überzeugter Unterstützer von Ärzte ohne Grenzen

Mit ihren Aussagen bezeichnen sie mich als Unterstützer von Verbrechern.
Dies weise ich hiermit entschieden zurück: Wer in unserer Welt seine ethische Verantwortung wahr nimmt, ist kein Verbrecher.
Und wer diese Helfer unterstützt, der unterstützt keine Verbrecher.
„Entweder Sie sind für uns, oder sie sind für die Terroristen. Und wir werden keinen Unterschied machen, zwischen den Mördern und ihren Unterstützern“.
Mit diesen gezielt polarisierenden und erpresserischen Worten leitete George W. Bush den Beginn jenen Prozess ein, welcher für diese Masse an Flüchtlingen hauptverantwortlich ist und heute noch andauert.
(Als dies begann, waren Sie grad‘ mal 15 Jahre alt.)
Solche Worte sind der Ursprung jenes Leids, deren Milderung eigentlich unser Hauptziel sein sollte, wenn wir zukunftssichere Politik anstreben, die unseren Wohlstand erhält.
Die Alternative sind „Inselbildungen“, wie sie von der NIC in ihren Zukunftsszenarien beschrieben wird. Diese Inselbildungen gehen mit Massen an Verlieren und nur ganz wenigen (gewalttätigen) Gewinnern einher. – Ist das ihr Ziel?
Ich möchte sie daran erinnern, dass Menschenrechte und Flüchtlingskonvention in unserer Verfassung verankert sind, und dass die Demokratie Österreich in ihren glorreichsten Zeiten weltweit als Vermittler und Friedensstifter höchstes Ansehen hatte.

Ich bin überzeugter Christ.

Und da sie Vorsitzender einer christlichen Partei sind, wende ich mich auch auf dieser Ebene an Sie. Dass sie diese „christliche“ Definition nicht abgelegt haben sieht man alleine daran, dass sie das Kreuz in öffentlichen Räumen verteidigen, während sie konkurrierende Religion versuchen aus dem öffentlichen Leben zu drängen, um die nahezu monopolartige Stellung der katholischen (christlichen) Kirche zu sichern.

Ich bin allerdings nur Katholik am Papier, nicht im Herzen. In meiner Überzeugung halte ich mich an die Grundsätze, welche im Evangelium als Worte von Jesus dargestellt werden.
(Angemerkt: Einer dieser Grundsätze wäre „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist…“ und stellt damit absolute Säkularität – die Trennung von Religion und Macht – als höchstes Ziel einer christlichen Partei in den Vordergrund)

Diese Lehrsätze der Menschlichkeit, welche sich großteils in den Menschenrechten und anderer humanitärer Gesetzgebung wieder spiegeln, werden meines Erachtens derzeit vergewaltigt und mit den Füßen getreten;
Ja sogar heuchlerisch als Ausrede für Hetze, Fremdenhass und Gewalt beschmutzt.
Ich halte mich an diese Grundsätze und werde daher nicht über ihre Handlungen und Worte richten.
Ich habe nicht ihre Schuhe an, und Sie werden ihre Gründe für ihre Entscheidungen hoffentlich selbst kennen.
Gründe in der Art von Eigennutz, Wahlstrategie, Parteipolitik, Wirtschaftslobbyismus, Loyalität zu Freunden und Gönnern, Geschäfte genauso, wie  Menschlichkeit, Verantwortung und Gewissen.
Letztere Ansätze kann man bei ihnen sporadisch erkennen, wenn sie davon sprechen, dass wir keinen transparenten Bürger, sondern transparente Politik benötigen;
Dass Integration und Inklusion Wechselwirkung darstellt und keine einseitige Schuld…
Leider bekommt man sehr schnell das Gefühl, dass sie gegenteilig handeln und entscheiden.

Aber vielleicht sind die Worte und Ideen gar nicht von Ihnen, sondern von ihren Einflüsterern, Beratern, Gönnern und sie genießen nur den Status, das gute Einkommen und das Ansehen.

Ich weiß es nicht.

Ich weiß nur, dass da draußen viele Menschen in Not durch ihre Entscheidungen in noch größere Not kommen und daher Organisationen, wie Ärzte ohne Grenzen umso wichtiger werden.

Ich möchte daher an Sie appelieren, nachzudenken.

Ich möchte Sie bitten, ihrer menschlichen Seite zuhören.
Ich möchte Sie bitten, ihre politischen Entscheidungen nicht nur auf die Wahl und ihren Machtkampf gegen den Koalitionspartner und die Opposition auszurichten, sondern an die Zukunft Österreichs und dieser Welt zu denken.
Denn vielleicht haben Sie irgendwann Kinder, die auf dieser Welt und in diesem Land weiter leben müssen.
Sie werden Herausforderungen entgegen sehen wie Ressourcenknappheit, steigender Nationalismus, steigende (Bürger)Kriegsgefahr durch immer mehr komplexere und weitläufigere Macht- und Gewaltstrukturen durch hohe Verfügbarkeit an Waffen und Vernetzung.
Population Movement aufgrund dieser Gewalt und Auswirkungen des Klimawandels.
Spannungen auch innerhalb der Länder durch Terrorismus, Bürgerkriege und Kampf um nutzbare Flächen…
Wir legen die Fundamente für die Zukunft, oder wir konzentrieren uns nur auf uns. „Ich zuerst“ als Devise. Dann dürfen wir uns aber nicht wundern, wenn uns unsere Kinder anklagen und wir als Schmarotzer und Zerstörer die Geschichtsbücher füllen, soferne es dann noch Geschichtsbücher gibt.

Ich bitte Sie, weniger die Arbeit von Hilfsorganisationen zu blockieren und deren Ruf zu schädigen, und sich um ihren Bereich in der Herausforderung Zukunft zu stellen. Es liegt nämlich in Ihrer Mitverantwortung den Fokus auf jene Vorgänge zu setzen, welche dieses Leid erst auslösen: Überkonsum, Ressourcenkrieg…
Ich bin mir nämlich sicher, dass der Hauptteil jener Menschen, die sich derzeit als „Flüchtlinge“ auf dieser Welt bewegen, keineswegs freiwillig unterwegs ist und gerne wieder zurück in seine Heimat möchte. Auch wenn diese zerbombt und zerstört wurde.

Auch um das zu ermöglichen arbeiten NGOs, wie Ärzte ohne Grenzen, hart daran, diesen Menschen ihr Leid zu mildern.

Im Voraus für die Erfüllung dieser Bitte, und für all Ihre Entscheidungen und Taten,
ein herzliches

„Vergelt’s Gott“.

aus Tirol.
mit freundlichen Grüßen

Kurt Weiß

Jetzt muss ich für die Kronenzeitung-Leser eine Lanze brechen…

Auslöser für diesen schnellen Blogeintrag ist die Diskussion über das GIS Volksbegehren, welches ca. 320.000 Unterschriften erhielt…

(Zum Vergleich: Das Nichtraucherschutz-Volksbegehren erhielt ca. 880.000 Unterstützungserklärungen, während das [IMHO in weiten Teilen bedenklich formulierte] Frauenvolksbegehren ca. 480.000 unterschrieben.)

In Anspielung auf die Stimmen des GIS Volksbegehrens kommentiert ein Facebook User:

320.000 Wahlberechtigte wollen lieber einen 100%igen Staatsfunk…

…welches zu folgender Reaktion führte, die ich so nicht stehen lassen kann:

das sind ungefähr die funktionellen Analfabeten und Kronenzeitung-Leser

NEIN! Das sind sie nicht!

Die Kronenzeitung hat derzeit eine Reichweite von ca. 2,2 Mio Bürgern. Und auch wenn man davon ausgeht, dass die Hälfte dieser Leute die Kronenzeitung nur für Rätsel, zum Fensterputzen oder als Einlage für den Komposteimer nützt, so hat die überwiegende Mehrheit der Kronenzeitung-Leser das GIS Volksbegehren nicht untersützt.

Ähnliches gilt für die Analphabeten (16-65 Jahre alt): In Österreich gibt es 970.000 Analphabeten, womit hier ebenfalls nur eine Minderheit das GIS Volksbegehren unterschrieben haben kann. Wobei in diesem Falle die Frage offen bleibt, ob dies aus Überzeugung oder mangelnder Fähigkeit passierte…

Mein Fazit zu diesem Thread…

Es ist nicht nur sinnlos, sondern auch komplett kontraproduktiv derart zu „argumentieren“. Besonders, wenn die Rechnung derart falsch und bei den Haaren herbei gezogen ist.

Man könnte auch argumentieren, dass das Nichtraucherschutz-Volksbegehren ungefähr so viel Stimmen bekam, wie es funktionelle Analphabeten in Österreich gibt.
Das wäre gleich sinnlos, aber zumindest rechnerisch nachvollziehbar…

PS: Der Online-Duden kennt das Wort „Analfabet“ nicht. Auch in der neuen Rechtschreibung bleibt offenbar das „ph“ in diesem Wort erhalten.
Daher sollte man mit solchen herablassenden Äusserungen doppelt sparsam umgehen…

Für das Bauernsterben sind wir verantwortlich.

Ich muss zwangsläufig in diesem Artikel Werbung für die Supermarktkette „Hofer“ machen,…

…denn diese Supermarktkette glänzt immer wieder durch Initiativen für Umweltschutz, und fairen Handel. Damit sind sie wohl genau das Gegenteil vom Umweltschmutzminister gleichen Namens…

Der neueste Streich nennt sich „fair Hof“ und ist ein Milchprodukt.

Das Ziel: Bessere Behandlung von Kühen: Freiluft, Ställe mit Platz, ohne Ketten und viel Stroh. Hier Details: www.fairhof.at

Derzeit ist das Produkt auch relativ günstig. Ich denke, dass es sich dabei um einen „Einführungspreis“ handelt. Aber wenn man Bauern mehr bezahlen möchte, muss man auch für das Produkt mehr verlangen.
Die Frage, die sich mir derzeit stellt ist: Wenn „Fair Hof“ teurer wird, wird es vom Konsumenten noch angenommen?
Wir sind am Ende jene Entscheider, ob sich Tierindustrie oder faire Tierwirtschaft durchsetzen wird.

Unser Kaufverhalten entscheidet, welche Produkte in den Regalen zu finden sind.

Nur so mal angemerkt…