Offener Brief an Kanzler Sebastian Kurz

Geschätzter jüngster Kanzler der österreichischen Geschichte.

Ärzte ohne Grenzen / Médecins Sans Frontières (MSF) ist eine professionelle Hilfsorganisation, deren Mitglieder teils unter Gefahr für Leib und Leben jenen Menschen hilft, die durch Terroristen, Kriegstreiber und Hetzer in größte Not geraten.
Die Gründung dieser Organisation erfolgte von Dr. Marcel Delcourt, Dr. Max Recamier, Dr. Gerard Pigeon, Dr. Bernard Kouchner, Raymond Borel, Dr. Jean Cabrol, Vladan Radoman, Dr. Jean-Michel Wild, Dr. Pascal Greletty-Bosviel, Dr. Jacques Beres, Gerard Illiouz, Phillippe Bernier und Dr. Xavier Emmanuelli im Dezember 1971.
Das ist fast 15 Jahre vor ihrer Geburt.
Seit dem lindern diese Menschen Leid und Not, welches durch Kriege, Katastrophen und deren Folgen geschaffen wird.

Damit stehen die Mitglieder dieser Organisation im krassen Gegensatz zu jenen wirklichen Verbrechern, die aus Profit- und Machtdenken Menschen in Not bringen, sterben lassen oder gezielt in den Tod schicken.

Keine Frage: Es gibt in jeder Organisation Korrupte, Verbrecher und solche, die das System ausnützen.
Davor sind weder politische Parteien, noch NGOs geschützt. Und auch Flüchtlingsströme enthalten Schmarotzer und Verbrecher. Diese zu isolieren gilt es und das ist, unbestritten, am Besten innerhalb der Organisation möglich.
Kräfte von Aussen können nun die „Heilkraft“ einer Organisation stützen, indem man sich auf Selbstverantwortung von Personen konzentriert und Handeln in Vergleich mit den Zielen der Organisation setzt, oder den Verbrechern helfen, indem man Pauschalsiert und damit den Betrügern ein Versteck schafft und durch Anfeindung Menschen in die Hände der Rattenfänger jagt.
Die Art, wie wir damit umgehen, ob wir die destruktiven Personen fokusieren und sie aus ihrer Deckung zerren, oder ob wir Organisationen und ethnische Gruppen denunzieren, weil wir dies für unseren Populismus nützen, sagt viel über uns selbst aus.

Ich bin seit Jahren überzeugter Unterstützer von Ärzte ohne Grenzen

Mit ihren Aussagen bezeichnen sie mich als Unterstützer von Verbrechern.
Dies weise ich hiermit entschieden zurück: Wer in unserer Welt seine ethische Verantwortung wahr nimmt, ist kein Verbrecher.
Und wer diese Helfer unterstützt, der unterstützt keine Verbrecher.
„Entweder Sie sind für uns, oder sie sind für die Terroristen. Und wir werden keinen Unterschied machen, zwischen den Mördern und ihren Unterstützern“.
Mit diesen gezielt polarisierenden und erpresserischen Worten leitete George W. Bush den Beginn jenen Prozess ein, welcher für diese Masse an Flüchtlingen hauptverantwortlich ist und heute noch andauert.
(Als dies begann, waren Sie grad‘ mal 15 Jahre alt.)
Solche Worte sind der Ursprung jenes Leids, deren Milderung eigentlich unser Hauptziel sein sollte, wenn wir zukunftssichere Politik anstreben, die unseren Wohlstand erhält.
Die Alternative sind „Inselbildungen“, wie sie von der NIC in ihren Zukunftsszenarien beschrieben wird. Diese Inselbildungen gehen mit Massen an Verlieren und nur ganz wenigen (gewalttätigen) Gewinnern einher. – Ist das ihr Ziel?
Ich möchte sie daran erinnern, dass Menschenrechte und Flüchtlingskonvention in unserer Verfassung verankert sind, und dass die Demokratie Österreich in ihren glorreichsten Zeiten weltweit als Vermittler und Friedensstifter höchstes Ansehen hatte.

Ich bin überzeugter Christ.

Und da sie Vorsitzender einer christlichen Partei sind, wende ich mich auch auf dieser Ebene an Sie. Dass sie diese „christliche“ Definition nicht abgelegt haben sieht man alleine daran, dass sie das Kreuz in öffentlichen Räumen verteidigen, während sie konkurrierende Religion versuchen aus dem öffentlichen Leben zu drängen, um die nahezu monopolartige Stellung der katholischen (christlichen) Kirche zu sichern.

Ich bin allerdings nur Katholik am Papier, nicht im Herzen. In meiner Überzeugung halte ich mich an die Grundsätze, welche im Evangelium als Worte von Jesus dargestellt werden.
(Angemerkt: Einer dieser Grundsätze wäre „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist…“ und stellt damit absolute Säkularität – die Trennung von Religion und Macht – als höchstes Ziel einer christlichen Partei in den Vordergrund)

Diese Lehrsätze der Menschlichkeit, welche sich großteils in den Menschenrechten und anderer humanitärer Gesetzgebung wieder spiegeln, werden meines Erachtens derzeit vergewaltigt und mit den Füßen getreten;
Ja sogar heuchlerisch als Ausrede für Hetze, Fremdenhass und Gewalt beschmutzt.
Ich halte mich an diese Grundsätze und werde daher nicht über ihre Handlungen und Worte richten.
Ich habe nicht ihre Schuhe an, und Sie werden ihre Gründe für ihre Entscheidungen hoffentlich selbst kennen.
Gründe in der Art von Eigennutz, Wahlstrategie, Parteipolitik, Wirtschaftslobbyismus, Loyalität zu Freunden und Gönnern, Geschäfte genauso, wie  Menschlichkeit, Verantwortung und Gewissen.
Letztere Ansätze kann man bei ihnen sporadisch erkennen, wenn sie davon sprechen, dass wir keinen transparenten Bürger, sondern transparente Politik benötigen;
Dass Integration und Inklusion Wechselwirkung darstellt und keine einseitige Schuld…
Leider bekommt man sehr schnell das Gefühl, dass sie gegenteilig handeln und entscheiden.

Aber vielleicht sind die Worte und Ideen gar nicht von Ihnen, sondern von ihren Einflüsterern, Beratern, Gönnern und sie genießen nur den Status, das gute Einkommen und das Ansehen.

Ich weiß es nicht.

Ich weiß nur, dass da draußen viele Menschen in Not durch ihre Entscheidungen in noch größere Not kommen und daher Organisationen, wie Ärzte ohne Grenzen umso wichtiger werden.

Ich möchte daher an Sie appelieren, nachzudenken.

Ich möchte Sie bitten, ihrer menschlichen Seite zuhören.
Ich möchte Sie bitten, ihre politischen Entscheidungen nicht nur auf die Wahl und ihren Machtkampf gegen den Koalitionspartner und die Opposition auszurichten, sondern an die Zukunft Österreichs und dieser Welt zu denken.
Denn vielleicht haben Sie irgendwann Kinder, die auf dieser Welt und in diesem Land weiter leben müssen.
Sie werden Herausforderungen entgegen sehen wie Ressourcenknappheit, steigender Nationalismus, steigende (Bürger)Kriegsgefahr durch immer mehr komplexere und weitläufigere Macht- und Gewaltstrukturen durch hohe Verfügbarkeit an Waffen und Vernetzung.
Population Movement aufgrund dieser Gewalt und Auswirkungen des Klimawandels.
Spannungen auch innerhalb der Länder durch Terrorismus, Bürgerkriege und Kampf um nutzbare Flächen…
Wir legen die Fundamente für die Zukunft, oder wir konzentrieren uns nur auf uns. „Ich zuerst“ als Devise. Dann dürfen wir uns aber nicht wundern, wenn uns unsere Kinder anklagen und wir als Schmarotzer und Zerstörer die Geschichtsbücher füllen, soferne es dann noch Geschichtsbücher gibt.

Ich bitte Sie, weniger die Arbeit von Hilfsorganisationen zu blockieren und deren Ruf zu schädigen, und sich um ihren Bereich in der Herausforderung Zukunft zu stellen. Es liegt nämlich in Ihrer Mitverantwortung den Fokus auf jene Vorgänge zu setzen, welche dieses Leid erst auslösen: Überkonsum, Ressourcenkrieg…
Ich bin mir nämlich sicher, dass der Hauptteil jener Menschen, die sich derzeit als „Flüchtlinge“ auf dieser Welt bewegen, keineswegs freiwillig unterwegs ist und gerne wieder zurück in seine Heimat möchte. Auch wenn diese zerbombt und zerstört wurde.

Auch um das zu ermöglichen arbeiten NGOs, wie Ärzte ohne Grenzen, hart daran, diesen Menschen ihr Leid zu mildern.

Im Voraus für die Erfüllung dieser Bitte, und für all Ihre Entscheidungen und Taten,
ein herzliches

„Vergelt’s Gott“.

aus Tirol.
mit freundlichen Grüßen

Kurt Weiß

Advertisements

Jetzt muss ich für die Kronenzeitung-Leser eine Lanze brechen…

Auslöser für diesen schnellen Blogeintrag ist die Diskussion über das GIS Volksbegehren, welches ca. 320.000 Unterschriften erhielt…

(Zum Vergleich: Das Nichtraucherschutz-Volksbegehren erhielt ca. 880.000 Unterstützungserklärungen, während das [IMHO in weiten Teilen bedenklich formulierte] Frauenvolksbegehren ca. 480.000 unterschrieben.)

In Anspielung auf die Stimmen des GIS Volksbegehrens kommentiert ein Facebook User:

320.000 Wahlberechtigte wollen lieber einen 100%igen Staatsfunk…

…welches zu folgender Reaktion führte, die ich so nicht stehen lassen kann:

das sind ungefähr die funktionellen Analfabeten und Kronenzeitung-Leser

NEIN! Das sind sie nicht!

Die Kronenzeitung hat derzeit eine Reichweite von ca. 2,2 Mio Bürgern. Und auch wenn man davon ausgeht, dass die Hälfte dieser Leute die Kronenzeitung nur für Rätsel, zum Fensterputzen oder als Einlage für den Komposteimer nützt, so hat die überwiegende Mehrheit der Kronenzeitung-Leser das GIS Volksbegehren nicht untersützt.

Ähnliches gilt für die Analphabeten (16-65 Jahre alt): In Österreich gibt es 970.000 Analphabeten, womit hier ebenfalls nur eine Minderheit das GIS Volksbegehren unterschrieben haben kann. Wobei in diesem Falle die Frage offen bleibt, ob dies aus Überzeugung oder mangelnder Fähigkeit passierte…

Mein Fazit zu diesem Thread…

Es ist nicht nur sinnlos, sondern auch komplett kontraproduktiv derart zu „argumentieren“. Besonders, wenn die Rechnung derart falsch und bei den Haaren herbei gezogen ist.

Man könnte auch argumentieren, dass das Nichtraucherschutz-Volksbegehren ungefähr so viel Stimmen bekam, wie es funktionelle Analphabeten in Österreich gibt.
Das wäre gleich sinnlos, aber zumindest rechnerisch nachvollziehbar…

PS: Der Online-Duden kennt das Wort „Analfabet“ nicht. Auch in der neuen Rechtschreibung bleibt offenbar das „ph“ in diesem Wort erhalten.
Daher sollte man mit solchen herablassenden Äusserungen doppelt sparsam umgehen…

Für das Bauernsterben sind wir verantwortlich.

Ich muss zwangsläufig in diesem Artikel Werbung für die Supermarktkette „Hofer“ machen,…

…denn diese Supermarktkette glänzt immer wieder durch Initiativen für Umweltschutz, und fairen Handel. Damit sind sie wohl genau das Gegenteil vom Umweltschmutzminister gleichen Namens…

Der neueste Streich nennt sich „fair Hof“ und ist ein Milchprodukt.

Das Ziel: Bessere Behandlung von Kühen: Freiluft, Ställe mit Platz, ohne Ketten und viel Stroh. Hier Details: www.fairhof.at

Derzeit ist das Produkt auch relativ günstig. Ich denke, dass es sich dabei um einen „Einführungspreis“ handelt. Aber wenn man Bauern mehr bezahlen möchte, muss man auch für das Produkt mehr verlangen.
Die Frage, die sich mir derzeit stellt ist: Wenn „Fair Hof“ teurer wird, wird es vom Konsumenten noch angenommen?
Wir sind am Ende jene Entscheider, ob sich Tierindustrie oder faire Tierwirtschaft durchsetzen wird.

Unser Kaufverhalten entscheidet, welche Produkte in den Regalen zu finden sind.

Nur so mal angemerkt…

 

Umweltschutz-Zerstörung…

Mal klar gestellt:

Ich fahre ein E-Auto. – Nein, ich bin nicht aus der Spezies der gemeinen Social-Web Einwohner, welche in ihrer Anonymität erzählen vegan zu leben, kein Auto, keinen Computer und kein Smartphone zu besitzen, keinen Strom zu verbrauchen und noch nie bei Amazon bestellt zu haben.

Ich fahre tatsächlich ein E-Auto als Hauptfahrzeug nach eingehender Verifizierung des Sinns solcher Fahrzeuge.

Und ich bin für lenkende Maßnahmen zur Elektromobilität, wenn ich auch der Meinung bin, dass sich umweltschonende Technik ohne Stützung ebenfalls  rechnen muss. (unter Berücksichtigung des Mehrwertes)

So habe ich nicht nein zu den finanziellen Unterstützungen gesagt (Bundes- und Landesförderungen, mit dank an unsere Gemeinschaft) und finde die Idee gut, dass Elektrofahrzeuge in Innsbruck gratis in der Kurzparkzone parken dürfen. (Eine Unterstützung, welche unter dem grünen Bürgermeister mit Jahresende eingestellt wird).

Die derzeitig geplanten Manahmen sind aber alles andere als vernünftig oder zielführend:

Maßnahme 1: Elektrofahrzeuge sollten die Busspur verwenden dürfen.

Das ist dumm, denn die Busspur hat den Sinn, den öffentlichen Verkehr zu verbessern um so einen Anreiz zu geben, Öffis zu nutzen.

Das gilt auch für Elektro-Fahrzeug Benutzer.

Weiters ist mit zunehmenden E-Verkehr (und der ist jetzt schon nicht wenig) die Busspur auch verstopft und der öffentliche Verkehr verliert den Anreiz auch für Benzinkutschenreiter…

Die noch dümmere Idee ist aber folgende:

Maßnahme 2: Elektrofahrzeuge sollten im IG-L Bereich 130 fahren dürfen.

Vorab angemerkt, habe ich früher diese Argumentation unterstützt, denn Elektrofahrzeuge fallen am Ende aus dem Sinn der IG-L Regulierung heraus. E-Fahrzeuge, welche mit Ökostrom betrieben werden, verursachen keine/kaum Emission, daher müsste man theoretisch deren Geschwindigkeit nicht drosseln.
Nach einer kurzen Nachdenkpause habe ich aber festgestellt, dass dies nicht das einzige Kritierium ist, welches hier beachtet werden sollte…

Wenn ich mit meinem E-Fahrzeug 100km/h fahre, so brauche ich ca. 20kW. Bei 130km/h sind dies 30kW. Damit verbrauche ich Ökoenergie, die woanders besser eingesetzt wäre. Weiters haben wir zu wenig Energie, und so ist der Mehrverbrauch auch mitverantwortlich für die Notwendigkeit neuer Kraftwerke.

Ich fahre aber trotzdem 130. – Warum?
Dies hat einen Sicherheitstechnischen Effekt. Denn die Geschwindigkeitsdifferenz zum restlichen Verkehr birgt ein Risiko, welches mit der Höhe der Differenz wohl zum Quadrat zunimmt.
Eine Geschwindigkeitsdifferenz von 30km/h bedeutet also das 9fache Risiko gegenüber einer Differenz von 10km/h.
Dieser Effekt schlägt in beide Richtungen. – Also ist es irrelevant, ob ich der Langsame oder der Schnelle bin. Ob ich im 130 Bereich mit 100 herumkrebse, oder im IG-L mit 130 fahre.

Das Hauptrisiko in unserem Straßenverkehr ist allerdings das Egoproblem der Autofahrer, und dieses wird mit einer solchen Regelung ja richtiggehend provoziert.
Man stelle sich vor auf einen Porsche Fahrer in blühender Midlife-Crisis und mutigen 120 im IG-L läuft ein Elektromobil auf und will vorbei. (Kann natürlich auch ein pubertärer Golffahrer sein, um das Klischee richtig zu strapazieren. – Manta ist leider out)
Erziehung ist bekanntlich 90% Vorbildwirkung.

Ehrlich gesagt, ist dieser Vorschlag in meinen Augen noch dümmer, als die 140er Idee unseres Geschichtenerzählers im Verkehrsministerium.

Mein Fazit, als direkt Betroffener und überzeugter E-Auto Fahrer:

Beide Maßnahmen sind völlig kontraproduktiv und sorgen nur für eine weitere Polarisierung der Debatte. In großen Teilen sind beide Maßnahmen auch umweltschädigend.

Die Frage, warum man einesteils die Parkgebührbefreiung aufheben möchte, und andersteils solche populistischen und der Sache schädigende Maßnahmen setzt kann ich mir wohl nur so erklären:
Beim Parkpickerl verliert die Stadt Geld.
Die anderen Maßnahmen kosten nix.

Mit lieben, umweltschonenden Grüßen….

Über Smartphones, den Walkman und kompetente Lehrer…

Der Auslöser dieses Gedankens…

…die restriktiven Vorgaben für Smartphones in der HTL meines Sohnes.
…eine (IMHO obsolete) Diskussion darüber, ob ein Smartphone überhaupt in die Schule mitgenommen werden sollte.

Für mich kein Thema, ist doch das Smartphone heute eines der wichtigsten Kommunikationskanäle, und sozialpsychologischen Allzweck-Werkzeuge.
Allerdings sieht das nicht JedeR so.

Gegenargument: Wer zwingt die Leut, das Ding überhaupt in die Schule mitzunehmen? Als ich in der Schule war, kamen grad Walkmen auf. Meine Eltern hätten mir nie erlaubt, meinen mit in die Schule zu nehmen…“

Ein Schmunzeln; Nein: Ein verklärtes Lächeln und ein breites Grinsen zeichnet sich in mein Gesicht…

…bei dem Gedanken an meine Schulzeit und den Walkman.

Wir befinden uns irgendwo in den Achzigern…

…ein, sich durch das Leben kämpfender Teenager besucht eine HTL in Innsbruck.
Die Überlebensstrategie in der „Sturm und Drang Zeit“? Musik.
Zum Schaden für seine nähere Umgebung befindet sich in seinem Besitz eine Stereoanlage.
Mit dem Aufkommen des Walkmans erweitert sich allerdings sein Spektrum um die Möglichkeit, die Umwelt zu schonen und mobil zu sein.

September, Schulanfang…

Erste Schulstunde beim schlimmsten Professor der ganzen Schule, ja ich würde sogar sagen „von ganz Innsbruck“.

Unser gesagter Rebell hat seinen Kopfhörer umgehängt, und seinen Walkman in der Tasche.
Rotes Gesicht, Zornesröte steht dem Professor im Gesicht, „Das legen’s das in den Spind! Bei mir gibt’s das nicht!“.
Ein gleichgültiger Blick, ein müder Griff mit der linken Hand an den Kopfhörer. (Die rechte Hand war im Gips) und das Objekt des Zornes wandert in die Schultasche.
„Der Weiß scheint Watte in den Ohren zu haben“.
„Ich lege meinen Kopfhörer nicht in den Spind“.
„Na, dann werden’s wohl diese Klasse wiederholen“

Ich war der Meinung, es gibt keinen Lehrer, bei dem ich nicht eine Eins haben kann, wenn ich will. Aber die Zwei war dann wohl ein guter Kompromiss…

Die Zeit vergeht und der Walkman war immer dabei. Im Bus, in der Pause, Mittags,…
Geistig abschalten, Musik hören, sich beruhigen. – Hat wohl mir und meiner Umgebung viel Probleme und so manchen blauen Fleck erspart.

…Der nächste Lehrer, ein anderer Tag zu später Stunde in der 5. Klasse…

Die dies-schuljährliche Matura zeigt längst tiefe Furchen im Nervenkostüm von Schülern und Lehrern.
Oder anders ausgedrückt: „Wenn der toleranteste Professor die Nerven wegwirft“…

„Weiß, gehen sie an die Tafel und rechnen sie mit der Klasse dieses Beispiel“.
Eine Stunde Statikunterricht bei einem Grundlevel von irgendwo 50-70dB(A) lassen den gutmütigsten Menschen (innerlich) kochen.
Aber die Maßnahme wirkt, und die Klasse versenkt ihre Köpfe in den Heften, während Weiß an der Tafel kritzelt.
Es läutet zur letzten Pause (das war so ca. 17:30 wenn ich mich richtig erinnere)…
Die ruhige aber bestimmte Stimme des Professors erhebt sich auf ein (führ ihn) Maximum (von ca. 40dB(A)): „Bleiben Sie auf ihren Plätzen! Wir haben viel Zeit verloren! Weiß: Rechnen sie weiter, die Klasse arbeitet auch die Pause durch. Ich hole mir jetzt einen Kaffee, den habe ich mir verdient.“

Kaum hat der Professor die Klasse verlassen, gehe ich an meinen Platz und nehme mir aus der Schultasche den Walkman raus, schalte die Musik ein und rechne weiter…

„Der Lehrer!“ „Der Lehrer!“…

Das Ende der Pause läutet, der Professor wird jeden Moment zurück kommen und das gut gemeinte „Flüstern“ der Klasse war sogar durch die Kopfhörer nicht zu überhören. Ich aber hatte keine Lust darauf zu reagieren.
Während ich weiter auf der Tafel schreibe, erkenne ich den Professor im Augenwinkel, wie er mir zusieht und spüre die Spannung der Klasse in meinem Rücken…

„Jemand“ klopft mir auf die Schulter, ich drehe mich um.
Der Professor macht eine sanfte Handbewegung, als würde er sich einen Kopfhörer vom Ohr nehmen, ich hänge meinen um um meinen Hals.
Sanft erklingt seine Stimme:
„Weiß, geben’s mir bitte den Walkman“.
„Aber nicht kaputt machen, Herr Professor“. (Meine Stimme lag im Flüsterbereich immer noch 5dB(A) über seiner)
„Fällt mir schwer aber ich versprech’s“. – Ich gebe ihn mein Gerät und er setzt sich ans Pult, während er mit einer Handbewegung deutet, weiter zu rechnen.

„Weiß?“

Ich drehe mich erneut von der Tafel weg und sehe den Professor mit dem Walkman in der Hand zu mir blicken.

„Ja, Herr Professor“.
„Haben Sie gute Musik drauf?“.
„Herr Professor! Ich habe nur gute Musik!“.
Sein Blick senkt sich auf das Gerät.
„Wie funktioniert das Ding?“
Ich zeige ihm die Play Taste und den Volume Regler.
Er schaltet ein, setzt sich den Kopfhörer auf, lehnt sich entspannt zurück und schaut mir zu, wie ich die Rechnung an der Tafel fertig stelle.

Es war selten, dass man in unserer Klasse nach 18:00h noch einen zufriedenen Lehrer und schmunzelnde Schüler sah…

Um die initiale Frage zu beantworten…

Wer zwingt die Menschen zu essen, zu kommunizieren, sozial zu interagieren, sich zu entspannen, Überlebensstrategien zu entwickeln oder einfach nur, ein sicheres Nest aufzubauen?

Niemand, ausser wir selbst. Unsere Bedürfnisse, unsere Sehnsüchte.

Das Smartphone ist weit mehr als ein simpler Walkman, aber es dient ebenfalls als Musikspender.
Das ist aber eine nur von vielen Funktionen, wie Kommunikation, Fotoalbum, Unterhaltung, Lexikon, Wegweiser, Entlastungswerkzeug usw…

Es ist ein höchst persönlicher Gegenstand, eine Art „magischer Privatraum“ mit viel Potential aber auch Suchtgefahr.
Und wie bei jeder Sucht sind die Ursachen in der Umgebung zu suchen.
Raum, Zeit, Gehör…

Sich in sein Smartphone einzusperren ist genauso problematisch, wie das Einsperren in seinem Zimmer zu unserer Zeit.

Wenn wir Menschen – besonders jungen Menschen – die Welt stehlen, machen sie sich eine neue Welt, zu der wir keinen Zutritt haben.
Eine Welt, welche bei den Erwachsenen Eifersucht und Angst auslöst…

Haben wir überhaupt noch Vertrauen, Wertschätzung und Unterstützung für unsere Kinder übrig?
Haben wir als Eltern, Lehrer oder einfach nur Verwandter oder Bekannter noch überhaupt einen Draht zu ihnen?
Verstehen wir ihre Ängste, Sorgen, Wünsche und Hoffnungen noch? Kennen wir sie überhaupt?

Oder wollen wir einfach ihr Leben kontrollieren, um sicher zu gehen, dass sie keinen Blödsinn machen?

Nur so, weil Vertrauen in die Fähigkeiten, Wertschätzung, dezenter Schutz, Raum, Zeit und Untersützung eigentlich alles ist, was Kinder und Jugendliche für ihre Entwicklung – und auch für’s Lernen – benötigen.

Denn für das Leben sollten wir lernen, nicht für die Schule. – Und dieser digitale „Hörknochen“(*) ist ein essentieller Teil ihres Lebens.

Man braucht nicht fragen, welcher der beiden Lehrer meinen tiefsten Respekt heute noch hat…

…und ich bin für den schmunzelnden Gedanken heute Früh echt dankbar.
Ich würde mir mehr solche Lehrer wünschen: Mit Feingefühl, Nervenstärke, Kompetenz und Humor.
Dann würden wir uns bedenkliche Restriktionen ersparen, und würden bestehende Resourcen nützen, anstatt sie weg zu sperren um im nächsten Schritt Pseudfortschritt auszurufen, indem man von „Tablet-Klassen“ träumt…

 

(*) Der Ausdruck „Hörknochen“ stammt aus dem Stück „Ritter Rüdiger“ von der Gruppe Bluatschink.
Eine jener harmlosen Geschichten, die wir zu träumen in unserem Erwachsenenleben verlernt haben…

kurz nachgedacht…

In unserer Konsumwelt nimmt der durchschnittliche Mensch ca. 3500kcal pro Tag zu sich.

Diese Konsumwelt erstreckt sich über ca. 1,2 Mrd. Menschen, welche durch ihre Überernährung gesundheitlichen Schaden nehmen.

Um gesund zu leben, braucht man zwischen 2100 und 2500 kcal pro Tag.
Das heißt im Klartext: 1000kcal pro Tag könnte man im Durchschnitt mindestens einsparen und würde sich damit sogar etwas Gutes tun.

Lt. Definition der WHO beginnt chronischer Hunger bei 2100kcal/Tag.
Das heißt: Mit dieser gesunden Einsparung würde man ca. 570Mio Menschen vor dem Hunger bewahren.

Auf dieser Welt gibt es derzeit ca. 750 Mio hungernde Menschen.

Nicht mit betrachtet ist die Verschwendung von Lebensmitteln durch wegwerfen (Konsument) oder gezielter Vernichtung (Marktpreis).

Schnelles Fazit: Würden wir gesünder und verantwortlicher Leben, bräuchte kein Mensch auf dieser Welt hungern.

Weitere Punkte der Verschwendung sind Fleischindustrie und Biotreibstoffe

Nur mal nachgedacht, wenn man von „Überbevölkerung“ oder „hilfe wir werden von Flüchtlingen überschwemmt“ spricht…

Gendern nervt! Ich habe das Lösung!

Liebe Leser meines Blogs!

Oder wie sollte man nun schreiben:
Liebe Leserinnen und Leser?
Liebe Leser und Leserinnen?
Liebe Leser und Leserinnen (Die Reihenfolge erfolgt alphabetisch, und stellt keine Wertung dar)
Oder überhaupt:
Liebe Leserinnen, Leser, LeserBi, LeserTrans, und LeserIchHabDasKleineIchBinIchNochNichtGelesen?

ES NERVT!

Schüler und Schülerinnen der oder dem Schule des Gymnasiums für blablablablabla…
Wer soll das noch lesen können?

Ich habe eine einfache Lösung, die in anderen Sprachen einwandfrei funktioniert…

…und bin ernsthaft beim überlegen, ob ich diese Lösung nicht einfach umsetze, egal was Deutschprofessorinnen, Deutschprofessoren, DeutschprofessorenBi und DeutschprofessorenTrans dazu sagen.
Ebenso können mich Sprachexpertinnen, Sprachexperten, SprachexpertenBi und SprachexpertenTrans,
wie auch Genderexpertinnen und Genderexperten, GenderexpertenBi und GenderexpertenTrans,
– gelinde gesagt –
den/der/das Buckel runter rutschen und mit der/die/das Zunge bremsen.

„the School“ und nicht „die Schule“

Das Schule,
das Arzt,
das Taucher…
Für genderfreie Ansprache verwendet man den Artikel „das“, sollte eine Person beim Geschlecht angesprochen werden, verwendet man „der“ oder „die“.

Klingt dann so:

Für genderfreies Ansprache verwendet man das Artikel „das“, sollte ein Person beim Geschlecht angesprochen werden, verwendet man „der“ oder „die“.

Nun schreibt mir ein Facebookuser Folgendes:

„Wie krank wär‘ das denn! das Schule, der Schule (Knabenschule?!), die Schule (Mädchenschule?!)“

Ich musste lachen…
So war das nicht gedacht, eher so, wie im oben erwähnten Englischen.

Aber dann erkannte ich, dass diese Idee gar nicht krank, sondern sogar genial wäre…

Die Situation kennt „Jedes“:

Event. Ein Laufevent, ein Konzert…
Damentoilette: Menschenkette bis zum Eingang
Herrentoilette vereinsamt.
Was macht Frau?…

Und jetzt stelle man sich mal vor, man steht auf so einem Event und es klopft eine Frau auf die Schulter:

„Entschuldige, kannst Du mir bitte sagen wo der Klo ist, weil bei die Klo ist eine ewig lange Schlange“

Einfacher geht’s nicht mehr, oder? 😀