Wie man sich, besonders zu Weihnachten, vor Zombies schützen kann.

Der Februar 2017 brachte den US Bundesstaat Illinois in die Schlagzeilen: Eine Resolution forderte die Einwohner auf, sich über jede Art von Katastrophen zu informieren und sich darauf vorzubereiten. Explizit wurde auch darauf hingewiesen, sich auf eine potentielle Zombie Attacke vorzubereiten.
Aber wie bereitet man sich auf eine Zombie Attacke vor?

Erster Schritt – Analyse:

Wenn man sich gegen eine Bedrohung zur Wehr setzen möchte, dann muss man zuerst einmal diese Bedrohung analysieren. – Was sind also Zombies eigentlich?
Fragen wir Wikipedia:

„Als Zombie wird ein Mensch bezeichnet, der scheinbar von den Toten wieder auferstanden und zum Leben erweckt worden ist und als sogenannter Untoter oder Wiedergänger, als ein seiner Seele beraubtes, willenloses Wesen herumgeistert.“

Also ein Mensch, der getötet wurde aber weiter lebt, und der nun versucht Andere zu Zombies zu machen, indem er sie tötet und leben lässt.
Ich kenne also viele Zombies. Zombies sind offensichtlich ganz normale Geschöpfe unseres Alltages. Wir begegnen ihnen tagtäglich auf den Straßen ohne, dass wir sie als solche registgrieren.

Manchmal erfährt die ganze Welt von ihnen. Dann, wenn sie mit Autos in Menschenmassen fahren, von Hochhäusern, in Schulen, Ferienlagern, gezielt Unschuldige oder sogar auf Krankenwagen schießen;
Sich selbst inmitten der Menschenmenge in die Luft jagen oder hinterhältige Sprengfallen mit der Aufschrift „Roma zurück nach Indien“ bauen.
Das Ziel dieser Zombies sind nicht Jene, die sie töten, sondern jene, die (über)leben.

Meist jedoch bemerken wir sie nicht. Sie wurden so lange verletzt bis sie starben, und nun verletzen sie wieder im kleinen Umfeld so lange, bis ihre Umgebung stirbt. – Ganz unbemerkt hinter der Fassade der heilen Welt von Gesellschaft, unter dem Schutz von Tradition und Kultur.

Sie wurden oft schon als Kind getötet und mussten weiterleben. Und nun töten sie und produzieren so neue Zombies. Ein Schulbeispiel eines Zombies sitzt gerade an höchster Stelle im weißen Haus. Die #metoo Kampagne zeigt, wie alltäglich Zombietum geworden ist. Vereinzelte Menschen wehren sich gegen mobbing, gegen Gewalt gegen Ausgrenzung oder Hetze. Die „Petzer“ und „Nestbeschmutzer“ werden angegriffen, vernichtet.

Zweiter Schritt, Systematik der Bedrohung erkennen:

Die Systematik der Bedrohung „Zombie Attacke“ zu erkennen, den Beweggrund, den Mechanismus der Bedrohung, ist dann gefinkelt:
Zombies wollen nicht mehr leben. Leben bedeutet für sie Schmerz bis Höllenqualen. Jede Minute unter Nicht-Zombies füttert sie mit Leben. Sie entwickeln Angststrategien gegen Miteinander, erklären Gutmenschen zu Feinden und erklären die heile Welt als naive Illusion.
Wenn Zombies nicht mehr tot sein dürfen, beginnen sie ihre Umgebung zu töten, bis sie nurmehr von Zombies umgeben sind. Dann fressen sie sich gegenseitig.

Zombies sind also Selbstmörder, welche den finalen Schritt nicht schafften, oder Mordopfer, wo der Täter das Opfer am Leben ließ.
Man kann nicht leben, denn Leben schmerzt. Aber man kann nicht tot sein, wenn man von Leben und Liebe umgeben ist. Ein Dilemma.
Der Mann, der zum Mann erzogen wurde, vernichtet die Liebe mit seiner Faust, und flüchtet vor dem Leben mit Alkohol.
Die Frau, die vergewaltigt wurde, zerstört alles, was sie begehrt und was sie so verletzt hat. Heiratet und vernichtet den Mann.
Jeder Zombie hat seine Waffen und seine Geschichte, wie er starb.
Nennen wir das Virus beim Namen, welches Zombies produziert:

Die Opfer / Täter Spirale.

Schritt 3: Gegenmaßnahmen.

Wie tritt man also dieser Zombie Attacke entgegen?
Dazu muss man eines wissen: Leben ist nichts statisches und so, wie man Leben nehmen kann, kann man es auch geben.

„Ich lache, wenn es regnet, denn wenn ich nicht lache, regnet es auch.“ (Carl Valentin)

Das wichtigste ist: Am Leben bleiben. Nicht selbst zum Zombie werden. Wenn man gelernt hat, dass man Respekt nur mit Prügel erziehen kann, dann ist das falsch. Wenn man versteht, dass jeder Mensch einen Schutzraum benötigt, so muss man sich selbst diesen Raum zuerst schaffen, bevor man Anderen helfen kann. – Choose Love over Fear!

Natürlich ist das leichter gesagt als getan, und alleine wird man gegen Zombies keine Chance haben. Man braucht Freunde, Eltern und eine Liebe, um selbst wieder leben zu können und so sich und andere vor Zombies zu schützen.
Und oftmals, wenn man Niemanden hat, braucht man Fremde oder sogar Zombies…

Lachen, leben, lieben sind also die ersten Zutaten, Zombies zu bekämpfen.
Die zweite wichtige Komponente wäre zuhören. Denn Zombies wissen nicht, dass sie tot sind. Sie haben den Tod als ihr Leben gewählt, glauben nicht mehr an das Leben und sehen es als Bedrohung.
Zuhören ist aber die Homöopathie unter den Lebenselixieren: Es ist hochverdünntes Leben. Der Zombie spürt nicht, wie Leben in seinen Geist tröpfelt und er weckt sich selbst auf, indem er erzählt. Seine Abwehr fällt und er kehrt ins Leben zurück.
Deeskalation wird nicht umsonst mittels Fragen erreicht. – Das Schwierige ist, als Zuhörer Mensch zu bleiben.

Die letzte Komponente, ohne die Zombies nie besiegt werden können, ist die schwierigste.
Einer jener Zombies, die für ihr Zombiedasein bewundert werden, meinte mal in einem Interview:

Wenn ich morgen meinem Gott gegenübertrete kann ich sagen: „Ich bin unschuldig, ich hab‘ niemanden ‚was ‚tan – ausser mir selber.“ Und das verzeiht er mir hoffentlich. (Falco)

Zombies verletzen sicherlich nicht absichtlich, sie werden getrieben und wollen es nicht wahrhaben oder erklären, der andere hätte sie gezwungen, sie hätten keine Wahl gehabt…
Manche Zombies mit Herz richten ihre Aggression gegen sich selbst. Aber es gelingt ihnen wohl nicht ganz.

Aber Zombies suchen und fürchten dieses „verzeihen“. Es weckt auf, es zeigt einem selbst dass man vom Opfer zum Täter wurde, und man kann nichts dagegen tun.
Ein anderer bewundernswerter Zombie, Oscar Wilde meinte mal:

„Vergib stets deinen Feinden – nichts verdrießt sie mehr.“

Verzeihen heißt nicht, dass man naiv ist, oder dass man vergisst, dass der Täter einen Freibrief erhält, dies ihn von Wiedergutmachung entbindet…
Das möchten Zombies gerne so sehen, weil sie keine Waffe gegen Verzeihen haben. Im Gegenteil: Es bringt sie in Zugzwang ohne Gewalt auszuüben.

Verzeihen kann aber nur funktionieren, wenn die Bedrohung nicht mehr gegeben ist. Es muss wohl der Täter zuerst seinen Peinigern verzeihen, bevor ihm seine Opfer vergeben können.
Es ist schräg, dass nur Täter und Opfer gemeinsam das Zombietum bekämpfen können, aber es funktioniert.

Ob sich die Leute in Illinois auch wirklich auf die Zombie Attacke vorbereitet haben?

Ich weiß es nicht, aber ich weiß, dass sie die Anleitung zum Schutz gegen diese Katastrophe schon immer gehabt haben. Immerhin gehört der Bundesstaat doch auch zu den traditionell christlichen Bereichen:

„…unser tägliches Brot gib uns heute, und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern…“

Wohl eine Ausnahme wo beten wirklich hilft.
…aber nur wenn man brav fertig betet und nicht nach „unsere Schuld“ aufhört.

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten. Und Happy Birthday, Jesus.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s