Als ich _nicht_ mit dem Rauchen aufhörte…

Es war ein warmer Frühlingstag, und die Wetterprognose sagte voraus, dass dies länger so bleiben würde.

Die ideale Zeit zum Kopfhörer aufsetzen, Joggen und entspannen.
Leider habe ich das schon jahrelang nicht mehr gemacht: Ich rauche, und für Dauerläufe über 45min ist das eine schlechte Voraussetzung…
Also entschied ich, heute nichts zu rauchen, meinen Sony Walkman auszugraben und am Abend nach der Arbeit laufen zu gehen.
Es machte unendlich viel Spaß und ich vergaß meine schlechte Verfassung.
Am nächsten Tag schmerzte mir alleine schon der Gedanke an eine Zigarette in der Lunge.
Einen Tag darauf rauchte ich wieder nichts, weil ich den Jogging Trip wiederholen wollte.
Und der übernächste Tag verhielt sich wieder, wie der zweite…
So vergingen gut 3 Wochen, bis mich der Erste ansprach: „Hast Du aufgehört zu rauchen?“ – „NEIN!“, erwiderte ich: „Ich geh nur zur Zeit Joggen, solange das Wetter so toll ist, dann fang‘ ich wieder an“.
Als es erstmalig regnete, ging ich trotzdem Joggen.
Aber im Herbst, wenn es Kalt wird, fange ich an.
Im Sommer kam unser erstes Kind auf die Welt – der Grund, warum ich eigentlich im Winter Gedanken über das Rauchen machte.
Zwei Schachteln John Player sind nichts, was man einem kleinen Baby anmuten sollte…
Der Herbst war warm, und im Winter ging ich doch laufen.
Im Frühling darauf lief ich meinen einzigen Marathon durch.

Und wenn mich jemand frug, ob ich aufgehört habe, antwortete ich immer mit „Nein“, denn alleine der Gedanke, dass ich aufgehört haben könnte, verursachte ein unbändiges Verlangen nach einer Zigarette.

Die Entzugserscheinungen begannen meist im Herbst, und hielten lange an.
Heute noch, wenn ich erkältet bin, steigt das Verlangen nach einer Zigarette, träume ich davon, eine Schachtel Marlboro zu rauchen, habe ich am nächsten Tag ein schlechtes Gewissen, eine Lunge die schmerzt und den Frust, dass der Genuss nur virtuell war.

Inzwischen sind 21 Jahre vergangen, es hatte ca. 5 Jahre gebraucht, dass ich mich erstmalig traute zu sagen: „Ja, ich habe mit dem Rauchen aufgehört“.

Aber sollte ein Krieg kommen, oder die Welt untergehen, dann fange ich wieder an. – Vielleicht. – Jedenfalls, wenn mich die Sucht wieder plagt sage ich mir das so…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s