Purgers Europa Erziehung, oder: Warum Angela kein Recht hat, Kevins Notebook zu klauen…

Für die, die nicht ganz im Bilde sind, wer Kevin ist:

Der Journalist Alexander Purger erklärte in seiner Kolumne „Purgertorium“ die Griechenlandkrise.
Wer dies nicht kennt, kann hier die Geschichte von Kevin und seinem unordentlichen Zimmer nachlesen:
http://www.salzburg.com/nachrichten/meinung/kolumne/purgertorium/sn/artikel/politik-bildet-was-kevin-von-tsipras-lernt-157693/

Ich bin über eine „Schwachsinn“ Meldung auf dieses literarische Stück aufmerksam geworden, hab’s gelesen, geschmunzelt und gestaunt…

Abgesehen davon, dass mich die „Erziehungsmethode“ von Kevins Eltern nur zum Kopfschütteln brachte, und mir die Frage aufdrängte, ob der Herr Purger überhaupt Erfahrung in Familienleben hat, oder sich diese Dialoge von den Teletubbis abschrieb, lässt diese Geschichte auch tiefe Einblicke in sein geschlechtsspezifisches Denken:
Mami kommt mit Kevin nicht zurecht, sie muss sich ihren Ehemann und Kevins Bruder (sic!) holen, um sich Stimme zu verschaffen.
Und als Sahnehäubchen holt sie sich Oma (sic) dazu! Lebt diese auch in der Wohnung?
Frägt wirklich jemand noch nach, warum Kevin so geworden ist?

Ich hoffe inständigst, dass diese Darstellung nichts mit Purgers Erfahrungen in seiner Familie zu tun hat, egal ob als Kevin, noch als Elternteil oder Bruder…
Aber ich schreibe diesen Artikel nicht, um mich in Purgers Privatleben einzumischen. Das ist sein Problem.

Das Thema heißt Griechenland, genauer gesagt: Kevin.

Und dafür wäredie Geschichte ein guter Ansatz, denn die Weltpolitik von Heute kann man gut im Kindergarten ablesen.
Aber leider hat sein Werk ein paar grundlegende „kleine“ Systemfehler.

Vorher aber angemerkt:
Purger hat recht: Kevin ist wirklich das schwarze Schaf in der Familie (nicht das einzige, aber doch): Seine Hausaufgaben sind schlampig und sein Zimmer ist wirklich unordentlich.
Aber der Rest hat ein paar Pferdefüßchen, die so groß sind, wie ein griechisches Containerschiff…

Das Ganze fängt nämlich mal damit an, dass Angela (Name rein zufällig gewählt) keineswegs die Mutter von Kevin ist, sondern seine Schwester!
Ausgenommen ich habe verschlafen, dass das EU Parlament seit Neuestem in Berlin residiert.

Aber es ist so, dass die Schwester Angela Kevin bloßgestellt hat,
aufgezeigt, dass sein Zimmer unordentlich ist und seine Schulnoten schlecht sind.

Sogar die Lehrer haben schon das Vertrauen in Kevin verloren.

Angelas Zimmer sieht auf den ersten Blick sauber aus und die Lehrer geben ihr beste Noten.
Auf die verdächtigen Wölbungen des Teppichs in ihrem Zimmer möchte ich jetzt genauso nicht eingehen, wie ich nicht in ihren Kasten schauen will. Es ist Angelas Zimmer und ihre Privatsphäre.

Und das wäre schon der zweite Pferdefuß: Denn, lieber Herr Purger: Auch wenn Kevin die Familie in Verruf bringt, geht Angela das Zimmer von Kevin schon gar nix an: Das ist seine Privatsphäre!

Nun: Die Eltern sind geschockt über die Noten von Kevin, und wundern sich nicht, dass er in seinem Saustall die Hausaufgaben nicht machen kann. So hängen sie Kevin die Rute ins Fenster, was, wie wir als Eltern wissen, bei pubertierenden Kids nicht wirklich gut ankommt.
Zeter und Mordio ist angesagt, und Angela mischt in der vordersten Front mit, dass sogar die Eltern zurücktreten.
Positiv wäre ja anzumerken, dass Schwesterchen anbietet, Kevin beim Aufräumen zu helfen.

Aber was bitte zum Kuckuck soll das?
Angela räumt das Zimmer auf, indem sie Kevins Notebook in ihre (Treu)Hand nimmt und in ihr Zimmer verschleppt. „Um Kevin bei den Hausaufgaben zu helfen“, heißt’s, „und dass das Notebook nicht kaputt wird“.
Mag sein, dass dieses Gerät unter einem Haufen Jeans, T-Shirts und Socken lag, aber es ist eines der wenigen Dinge im Zimmer, die keinen Kratzer haben, und Kevin braucht es, um seine Hausaufgaben zu machen…

Was wird die Zukunft bringen?
Ich befürchte, Angela wird die erste sein, die Kevin beim nächsten Fünfer bloßstellt, und sie wird leugnen, dass das Notebook damit was zu tun hat, wo sie doch „so geholfen hat“.
Ich befürchte, dass die Aktion eher schlechte Auswirkungen auf Kevins Laune und Leistungen haben.
Aber das ist halt reine Spekulation, ich bin ja kein Erziehungswissenschaftler, als dass ich mich auskennen würde.

Ach ja. Eines habe ich vergessen zu erzählen: Den Grund, warum Kevins Zimmer so ausschaut…
Das Zimmer war nie ordentlich, und im Endeffekt ist der Junge, wie oben bereits erwähnt, das schwarze Schaf.
Warum, sei mal dahin gestellt.
Aber dieser letzte große Sauhaufen hängt damit zusammen, dass Angela, Kevin und der dritte Spross im Bunde, in Kevins Zimmer eine Polsterschlacht veranstalteten, wo so Manches zu Bruch ging.
Die Spuren ziehen sich auch in die anderen Zimmer, aber das, haben beide anderen Kinder unisono erklärt, ist Kevins Schuld…

Was die Eltern mit Kevin machen können, ist eine andere Geschichte. Vorher bei der Polsterschlacht zusehen, und danach über das kaputte Zimmer zu jammern ist jedenfalls die falsche Art.

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