Das fremde Pflanzerl…

„`illtum`, dass man lechts und rinks nicht `velwechsern` kann“
Ernst Jandl wusste schon, worüber er hier sinnierte…
Darum mögen mir die Lechten verzeihen, wenn ich heute mal ausnahmsweise teilweise politisch werde, aber die Rinken dabei nicht so sehr in die Pfanne haue.

Wir kennen ja alle den allgegenwärtigen Kampf zwischen „Multikulti“ und „Nationalbraun“.
Jeder nimmt einen, mehr oder weniger extremen, Standpunkt ein und jeder hat seine „Hammerargumente“, welche irgendwelchen Ängsten – geschürt, kreiert oder berechtigt – entspringen.

Klar, hängt das Ganze von der eigenen Erfahrung ab, und jeder zieht aus dieser seine eigenen Schlüsse.
Dr. Joachim Bauer nimmt auch die Vorerfahrung, also die eigene Phantasie mit ins Boot.
Der Neurobiologe beschreibt die Programmierung des Gehirns durch Emotionen so:
Einschneidende oder oft wiederholte Vorerfahrungen von Gefahr, Niederlage, Angst und Flucht verändern neuronale Netzwerke also in der Weise, dass die >>top-down<< Kontrolle geschwächt wird oder versagt mit der Folge, dass bei der Interpretation künftiger neuer Situationen ängstliche Interpretationen die Oberhand haben, die wiederum in die gleiche Richtung gehen.“

Klingt hochgestochen, kompliziert, sagt aber im Endeffekt nur aus, dass jener, der genügend lange Angstgefühle hat,  wohl auf einem Auge blind werden wird…
Bauer spricht an dieser Stelle von traumatischen Schädigungen, also Folgen von Misshandlung und Flucht, beschreibt aber gleichzeitig jene Grundprinzipien, auf welche Propaganda (also die Schaffung von steuerbaren Fanatikern) zurückgreift.

Reduziert man diese Ängste auf das banale Niveau unserer narzisstischen Konsumgesellschaft, so ist die primäre Angst die Existenzangst, welche sich auf das „Verdiente und Ersparte“ beschränkt.

Damit kämen wir zu Upton Sinclair, der diesen – wohl schwer zu erfassenden – neuronalen Grundsatz so beschreibt:
„Es ist schwer, einen Mann dazu zu bewegen, etwas zu verstehen, wenn die Höhe seines Einkommens davon abhängt, dass er es nicht versteht.“
(Natürlich gilt, für mich als emanzipierten Tiroler, diese Aussage sowohl für Mander, als auch für Manderinen)

In „säkularen“, wohlstehenden und relativ friedlichen Gebieten, wie es Europa darstellen sollte, ist natürlich Angst in der Erfahrung eher Mangelware. – Darum greift auch die Politik in ihrer „Aufklärung“ gerne auf Vorerfahrung zurück. Der Trick ist dabei einfach:
Selektierte Einzelfälle werden zu Allgemeinthesen aufgespielt. – Auf Basis dieser Allgemeinthese werden Angstszenarien geschaffen. – Diese Vorerfahrung wird wiederholt und brennt sich so gleich der Erfahrung ein.
Sobald Angst angesetzt hat, kann man davon ausgehen, dass der Verängstigte gegenteilige Information ausfiltert – Mit: „Beschwichtigungspropaganda der anderen Seite“ hat der Hassprediger hier auch sofort die passende Schnellantwort bei der Hand.

Klar, dass hier auch die Rinken das lechte Auge verloren haben und sich sicherlich nicht an die goldkettenbehangenen Randalierer erinnert sehen wollen.
Die Lechten hingegen wollen heute wieder mal im genetischen Abdruck und in der Herkunft der Spezies die Wurzeln des Bösen erkennen.

Es sind aber Einzelfälle, deren Hintergründe durchwegs eine andere Sprache darstellen als von den  Politikern gerne gesehen.
Denn der „prügelnde, schlagringbestückte, fünf-Bier-trinkende Glatzkopf“ ist im Endeffekt der selbe ängstliche Jugendliche, wie der „messerbestückte goldkettenbehangene Randalierer“.
Sie haben die selben Probleme und die selben (Zukunfts)ängste. Und beide sind irgendwelchen Hasspredigern auf den Leim gegangen, die ihnen den Sündenbock für ihre Lage auf dem Silbertablett präsentierten.

Allerdings wurde es die letzten Jahre  modern, sich vor dem Einmarsch der türkischen Armeen zu fürchten. Hinter jedem Kopftuch wird bereits ein Al Kaida Terrorist vermutet und die Moslems werden uns „mit ihren vielen Kindern überspülen“. – Den Vogel hat unsere neue Innenministerin gerade abgeschossen, als sie den Sicherheitsbericht präsentierte, der zusammengefasst wohl so zu verstehen ist: „Die rechte Szene ist im Vormarsch, die Linke verstärkt aktiv. Bei den Islamisten ist nix los, aber bei diesen ist die größte Bedrohung zu suchen“.

Ich will hier nicht näher darauf eingehen. – Alleine mit den Dummheiten dieser polemischen Wähleraquisition a’la Rattenfänger könnte ich mehrere Blogs füllen.

Fakt ist: Das Ende des türkischen Einmarsches begann 9/11.
Nein – nicht der 11.9.2001, sondern der 11. September 1683, als die einheimischen Truppen sich am Kahlenberg sammelten um am nächsten Morgen über die türkischen Heere herzufallen.

Sorgen macht mir die Wechselwirkung und die Spirale der Gewalt, in der sich selbsternannte „nationale Tempelritter“ und „Alk Aidas“ gegenseitig  hochdrehen. – Jeder rechtfertigt seine Gewalt mit der Bedrohung durch den Anderen und jeder begründet sein Aufrüsten mit dem vermeindlichen Aufrüsten des Anderen.

Nun, in dieser Welt aus „Friede und Freiheit“ Angstszenarien der einen Seite, welche religiösen Fanatismus der anderen Seite ersetzt, ist es heute chick, sein „Vaterland“ zu verteidigen und – so wie in unsern Landen – die „christlichen Werte“ zu schützen.
Oder war es religiöser Tempelritterfanatismus der einen Seite, welche „USRael überrennt uns“ der anderen Seite…
Ach so das wären ja wieder die Lechten – aber dürfen die Lechten auch den rinksrinken Chavez anhimmeln? Das wären ja dann die Rinken, wobei die ja wiederum… – Was soll’s: Obama ist schuld und hat versagt. Ende der Debatte!

Ich wär‘ ja im Übrigen dabei gewesen, christliche Werte zu schützen (Gewaltfreiheit / Toleranz / Eigenverantwortung / Trennung von Macht, Geld und Kirche / Nächstenliebe),
aber als ich damit begann, kam ich relativ schnell in Interessenskonflikt mit den „heimatverbundenen Christen“ und stand sofort komplett konträr zur katholischen Kirche.

Nicht so z.B. meine Mutter, welche in ihrer Tradition „die Gefahr einer Telfer Moschee“ erkennt, und davor warnt, dass wir bald alle türkisch reden werden.
Es sind die Ausländer, die heimtückisch (auf Einladung unsere Betriebe?) unsere Arbeitswelt besiedeln, mehr Kinder auf die Welt setzen, als wir (wie das funktioniert, weiß man ja nicht…) und massenweise (2 an der Zahl) Moscheen in Österreich bauen.
Unsere Kirchen (die Erhaltung durch Steuergelder von den Moslems mitfinanziert) sind zu schützen!
Und diese Sozialschmarotzer müssen eingedämmt werden, wenn sie unsere Gelder verprassen. (Nein, nicht jene „Sozialschmarotzer“, die für null Verantwortung und Leistung fünfstellige Gehälter bekommen – naja, die schon auch –  und auch nicht jene „Sozialschmarotzer“, die fünf Bier bestellen: weil diese können ja nix dafür, dass ein arbeitswilliger Ausländer ihnen den Job wegnahm
– Es reicht, wenn wir uns auf die Sozialschmarotzer konzentrieren, die nicht Deutsch sprechen.
)
Schlussendlich müssen die Einbrecher, dieses Pack (deren christliche Serben und Polen genauso vertreten, wie Georgier, Österreicher, Italiener usw.) ausgesperrt werden. (So, wie in Nordkorea?)

Und das wichtigste dabei ist, dass man die Unterdrückung der Frau beendet!
Auch an diesem Punkt wäre ich sofort dabei,
nur beschränkt hier sich die Technik offensichtlich darauf, die Unterdrückung durch die Burka zu bekämpfen, (AFAIK ca. 100 Frauen in Österreich) indem man alle Burka- und Kopftuchträgerinnen beschimpft, denunziert und geringschätzt. (Da frag‘ ich mich doch, wer jetzt Täter bzw. Opfer wäre).
Auch würde ich sofort über die bösen „Russen“ (seineszeichen orthodoxe christen?) schimpfen, welche ihre Frauen und Kindfrauen hier her verkaufen, um sie zur Prostitution zu zwingen.
Ich würde es tun – sähe ich nicht wer die Freier sind welche die Augen nur für die Brüste aber nicht für die Verletzungen haben,
und sähe ich nicht, wer die Zuhälter sind und wer mit ihnen die Geschäfte macht.

Und wenn ich mir die Zustände in so manchen einheimischen Familien, die Vorgänge in („christlichen“) Erziehungsanstalten, sowie die Akteure in der Kinderpornoszene anschaue, dann fällt mir zum Thema: „Der Moslem schlägt Frau und Kind“, nur Matthäus 7,3 ein: „Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?“

Schluss mit dem Ausflug in den Sumpf unserer Gesellschaft unter dem Mantel von Glanz und Glorie des Konsums…
Wie erwähnt, alle Seiten haben ihre „Argumente“, alle Seiten haben in ihren Pamphleten einen wahren Kern versteckt und wenn man die österreichische Kinderpornoszene aufzeigt, heißt dies nicht, dass es in türkischen Familien keine Missbrauchsopfer gäbe.

Für mich haben Täter Namen und Gesichter.
Jemand der seine Frau / sein Kind nicht respektiert, sie/es misshandelt oder vergewaltigt, ist ein mörderisches Arschloch. (Vergewaltigung ist sogar schlimmer als Mord).
Wer andere Menschen unter Gewalt setzt, sie unterdrückt oder ausnützt, ist ein Verbrecher.
Vor Jahwe, Gott und Allah und vor dem fliegenden Spagettimonster.

Aber wie erwähnt, jeder hat seine Ansichten, und jeder ist auf manchen Augen blind. (wobei ich froh bin, wenn mir Andere zeigen, wo ich blind bin)
Auch hat jeder sein „Allheilmittel“ kennt jeder hier die Lösung für das Problem. (ähnlich dem Straßenverkehr, wo jeder weiß, was der Andere falsch macht)
Manche Lösungen füllen Bücher (wie auch mein Lösungsansatz nicht so einfach zu beschreiben wäre), andere sind wiederum einfacher gestrickt.

Einer der einfachsten Lösungsansätze kennen wir zuhauf aus der Geschichte: Die Bösen raus aus „unserer“ Gesellschaft.

Mangels neu entdeckten Kontinenten spricht man heutzutage natürlich nurmehr von der Ausweisung ins Heimatland. – Und weil eben die inländischen Bösen nicht abgeschoben werden können, konzentriert man sich auf die Ausländer.
Dies ist auch viel einfacher, denn dort kann man das Verbrechen ja erkennen: Die Unangepassten sind die Terroristen. (Anm.: Mohamed Atta war so ziemlich der angepassteste Moslem, den seine Uni je kannte)
Hier kommen wir auch wieder zurück in die Welt meiner Mutter:
Die Ausländer sind unter Kontrolle zu bringen.
Sie haben sich anzupassen.
Es ist ihre Pflicht, wenn sie bei uns leben wollen.
Zuallererst mal haben sie sich Deutsch zu unterhalten. (Am Besten sofort nach der Einreise, sonst werden’s wieder abgeschoben.)

„Integration ist Bringschuld des Integranten“, würde es ein Sarrazin vielleicht verkünden, wenn er mit mir sprechen würde.
Die meisten Anhänger nationalistischer Gedanken werden aber bereits Probleme haben, den Sinn dieses Satzes zu erfassen.

Die DISTEL.

Von der grausamen Menschenwelt in die immer mehr bedrohte Pflanzenwelt.
Der Raum für Natur wird immer kleiner. – Nicht nur in den Urwäldern wird gerodet, verbrannt und die Natur zurückgedrängt, sondern auch in unseren Landen braucht der Mensch immer mehr Platz.
Nun kämpft unsere Zivilisation gerade gegen den Fluch der Atomkraft, und so wird Wasser der Natur entzogen, um an anderen Plätzen sie damit zu überschwemmen. – Grüne Energie.
Auch expandiert die Besiedelung. – Jeder will heute sein „Haus im Grünen“, denn das „Haus im Grünen“ der Eltern ist von anderen Häusern bereits umstellt.
Und schlussendlich flüchtet der urbane Homo Sapiens in die Natur:
Mit Hochleistungslift auf die Schipiste oder mit Mountainbike und iPod.

Auch die Eventindustrie expandiert.
Ich kann mich noch erinnern, als unser „Luftkurort“ von Leuten besucht wurde, die hier Wandern und ihre Ruhe wollten.
Zugegeben: Dieser Tourismus war nicht wirklich gewinnbringend und geriet wohl wortwörtlich immer mehr ins Aussterben.
Segen brachten hier Engländer, indem sie das, für Könner vorbehaltene Wildwasserpaddeln zum Rafting mutierten, womit der urbane Nichtskönner ebenfalls dieses Abenteuer erleben durfte.
Rafting, anfänglich eine Goldgrube, brachte Tourismus wieder in Massen. Die Massen hielten aber nicht ewig an, denn das Neue wird irgendwann das Gewohnte und andere Gebiete erkannten diese Marktnische ebenfalls. – So mussten neue Magneten entdeckt und gebracht werden.
Vom bereits erwähnten Mountainbiking, über Klettersteige und „Canyoning“ wuchs sich die „Eventindustrie“ immer weiter aus.
Es genügte nicht mehr, mit dem Schlauchboot zu paddeln, sondern man wollte sich wenigstens noch über die Brücke stürzen. (Am Gummiseil gesichert, natürlich).

Der letzte Clou wurde mit der Area 47 geschaffen. –  Von Popevents bis Blobevents bietet dieses (der Natur entrungene) Kleinod alles, was das beworbene Herz des modernen Konsumenten begehrt.
Auch meine alten Gebeine haben sich schon in dieses Gebiet bewegt: Als Simple Minds aufspielte, begaben sich mehr „Junggebliebene“ als Junge in den Konzerttempel und wanderten über die asphaltierten Flächen hin zur Halle des abendlichen Begehrens… – Darunter war auch meine lange und graue Gestalt…

Die heutige High-Tech-Eventsystematik unterscheidet sich aber grundlegend von der zweiten, hier vertretenen Unterhaltungsmethodik: Der „traditionellen Feste“ der einheimischen Ureinwohner.
Denn bei diesen diversen Sommerevents (welche nicht minder besucht sind, wie das Simple Minds Konzert) benötigt man keinen Hightech Unterhaltungstempel, sondern begnügt sich mit den längst gebauten Holzbaracken, in denen (fast) alljährlich das „Waldfest“ stattfindet.

Wo vor Tagen noch die Kühe grasten, werden nächtlich Bier, Wein und Schnaps ausgeschenkt. (Für die dazwischenlaufenden Kinder natürlich nur alkoholfreie Getränke, zumindest offiziell und im Allgemeinen)
Eine (temporär installierte) Soundanlage verbreitet die angemietete Livemusik und sorgt damit für volkstümliche Schlagerbeschallung des Festes und der Umgebung.

Hier sind keine befestigten Parkplätze, befestigte Hallen und zertifizierte Wachdienste notwendig. Hier genügen die alten Bretterbuden, ein Kraftstromanschluss und – bei Bedarf – ein schnell angemietetes Festzelt.
Das Einweisen der Parkwilligen auf der umfunktionierten Wiese übernimmt die Feuerwehr.
Manches mehr wird von mehr oder weniger Freiwilligen und oder Helfern erledigt.
Ob sich die Alkotester mit Blaulicht nachts dann freiwillig an neuralgische Ausfahrtspunkte stellen, sei dahingestellt, die Wirkung ist allerdings unübersehbar:
Wer sich nämlich nicht unfreiwillig des rosa Kärtchens (alt: Scheinchens) entledigen wollte, stieg mehr oder minder freiwillig auf Fuß oder Taxi um, sodass sein Fahrzeug am Morgen noch parkte…

Dass hier die Natur besser aussteigt, als in der Area, ist logisch, aber fordert auch dieser Event seine Opfer. – Wo vorher das Gras noch gemütlich wachsen konnte, werden die frischgemähten Stoppel mit Fahrzeugreifen niedergewalzt. – Gerade bei Schlechtwetter hinterlässt das so manche Spuren.
Aber auch im Bereich des Festes selbst, kann wohl nur das zähe Graß und die festen Wurzeln der Bäume dem Ansturm von Stöckel- und Schuhen, Lieferwagenautoreifen und Bier, -tischen und -gläsern  widerstehen.
Blumen gehören hier zu den Verlieren und werden gnadenlos ungeachtet niedergetrampelt.

Hier kommen wir wohl nun zum Thema,
denn mein heutiges Blog handelt von einer besonderen Blume:
Einer revoltierenden Distel.

Diese genannte Distel hat sich gerade eben dieses temporäre Event-Gelände ausgesucht um aufzublühen.
Freiwillig? Oder hat sie der Wind dorthin getragen? – Wir werden es nicht klären können, denn dies liegt in der dunklen Vergangenheit dieser Pflanze…
Als Distel suchte sie sich aber den ungünstigsten Platz aus, den sie finden konnte: Nämlich genau dort, wo das Festzelt wenige Wochen später errichtet werden soll. – Für das Fest der Blasmusik.
Ob freiwillig oder nicht, ob selbstgewählt oder vom Wind getragen: Dieser Standort war ein Todesurteil.

Meine Mutter hat sie entdeckt, als die Blume gerade begann, zarten Knospen zu bilden.
Meine Mutter war es auch, welche die Bedrohung der Distel erkannte,
und sie war es, die beschloss, dagegen was zu unternehmen.

Angemerkt: Ich – als Naturdummkopf – liebe Disteln. – Es ist wohl meine Lieblingsblume. – Daher wächst auch bereits eine  Silybum marianum in meinem Bürogarten.
Für meine Mutter war auch klar, wohin dieses bedrohte Wesen gebracht werden muss und sie beschloss, dem Pflänzchen zu helfen, indem sie dieses umsiedelt.
Gesagt getan – vor wenigen Wochen. – Inzwischen ist die Pflanze stolzer Teil meines kleinen Gartens:

Silybum marianum
Silybum marianum

Und dort macht sie sich nicht so schlecht, oder?
Sie ist angewachsen und fühlt sich pudelwohl. Zwischen für mich unnennbaren Sträuchern und mehr oder minder wuchernden Unkräutern bzw. Gräsern hat sie ihren Platz gefunden.
Nicht einmal die Knospe ist abgefallen. Auf dem Bild sieht man die bereits zweite Blüte. – Die erste Blüte ist schon ein Büschel weißer Samen, welches wohl schon auf den nächsten Windstoß wartet, um in die weite Welt getragen zu werden.

Dass dies so gut funktionierte, verdankt diese Pflanze meiner Mutter.
Von Anfang bis zum Ende war hier ein Spezialist am Werk. – Diese Distel verdankt ihr das Leben.

Ich hätte bei dieser Aktion keine Chance gehabt – ich hätte es versaut.
Aber hier war eine wirkliche Fachfrau am Werk:

Als ich in ihre Pläne eingeweiht wurde, staunte ich nicht schlecht.
So hätte ich einfach ein Schäuflein genommen, die Distel ausgegraben und hertransportiert.
Doch Muttern stand plötzlich mit einem Kübel da, den sie mit Erde aus unserem Garten befüllte.
Zum Austausch, wie ich von ihr erfuhr. – Es ist selten, dass ihr Sohn verwundert frägt, und daher erklärte sie mir genüsslich meine Irrtümer und Fehler:

„Die Erde benötige ich, um das Loch zu schließen, welches ich in den Boden grabe, denn wenn Du eine Pflanze ausgräbst, dann musst Du natürlich weit rundherum graben und die Muttererde mitnehmen, nicht nur ein paar Zentimeter ausbutteln!
Wenn Du nur die Wurzeln ohne Erde mitnimmst, geht die Pflanze ein.
Wenn Du aber weit rundherum gräbst, So hat sie auch nach der Umsiedelung viel gewohnte Erde um sich. – Erst später werden sich dann die Wurzeln in den neuen Boden graben und die Distel wird gesunder Teil des Gartens.“

Wenn ich es also richtig verstanden habe, so kann man ein Lebewesen nicht einfach mit Gewalt zwingen, sich plötzlich an die neue Umgebung anzupassen, sondern muss ihm die Zeit und die Einladung geben, in die neue Umgebung hineinzuwachsen…

Interessant Gespann, wir Beide:
Sie hat’s bei den Pflanzen kapiert – ich bei den Menschen…

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